Archive for the ‘Musik’ Category

Eurovision Song Contest

2011-05-14

Das Ziel des ESC scheint zu sein 25 möglichst gleichklingende Lieder zu finden. Ich finde das schade, weil ich mich noch an den Grand Prix de la Chanson erinnere, bei dem jedes Lied in der Landessprache vorgetragen wurde.
Aber ich übertreibe ein bisschen, die Lieder klingen nicht alle gleich. Es gibt Euro-Pop, Euro-Dance, Euro-Rock und Euro-Balladen 😉
Lenas Version von Blue Night Shadow finde ich zu unspektakulär und glaube nicht, dass die damit unter die Top 10 kommt.
Moldaus Mischung aus Red Hot Chili Peppers, Balkan-Pop und 7 Zwerge finde ich sympathisch, genauso wie Griechenlands Fusion aus Folklore und Rap – aber Stereo Mike hätte lieber auf griechisch rappen sollen, das klingt um einiges besser (s. hier).

Eurovision 2008

2008-05-25

Gestern war es wieder mal soweit – der ESC hat in Belgrad stattgefunden. Der englisch gesungene Titel Believe des russischen Interpreten Dima Bilan hat das Finale gewonnen.
Über 100 Millionen Zuschauer hatte die Veranstaltung und 43 Teilnehmerländer durften abstimmen. Russland hat 272 von möglichen 504 Punkten erhalten, die Ukraine kam mit 230 Punkten auf Platz zwei und Griechenland mit 218 Punkten auf den dritten Platz. Deutschland wurden von den No Angels mit Disappear vertreten, erhielt 2 Punkte von Schweden und 12 von Bulgarien und landete punktgleich mit Polen und Großbritannien auf dem letzten Platz.
Die 25 Beiträge bestanden hauptsächlich aus eingängigen Popsongs (Russland/1, Ukraine/2, Griechenland/3, Armenien/4, Norwegen/5, Serbien/6, Israel/9, Island/14, Dänemark/15, Albanien/16, Schweden/18, Polen/23, Großbritannien/24, Deutschland/25), zwei Rockliedern (Türkei/7, Finnland/22), einigen ernsteren Balladen (Aserbaidschan/8, Georgien/11, Porgual/13, Rumänien/20) und einer handvoll Exoten bzw. Spaßliedern (Bosnien-Herzegowina/10, Lettland/12, Spanien/16, Frankreich/19, Kroatien/21).
Peter Urban, der Kommentator der ARD, meinte zwar der Aufrtritt der No Angels sei sehr gut gewesen, aber ich fand den Gesang sehr dünn und nicht immer wurden die richtigen Töne getroffen. Außerdem ist die Rocklänge der weiblichen Sängerinnen oft antiproportional zu der Qualität des Liedes, und bei den No Angels hätten die Röcke nicht kürzer und die Oberteile nicht knapper sein können. Der eingesparte Stoff wurde in wehende Tücher umgewandelt, mit denen die Mädels gegen die Windmaschine segelten. Lucy’s Frisur sah aus als hätte Pumuckl die Finger in die Steckdose gesteckt, und Nadja schien kurz vorm Einschlafen zu sein. Ingesamt landeten die No Angels IMHO verdient auf dem letzten Platz, und ohne die 12 Sympathiepunkte aus Bulgarien (Lucy ist Bulgarin) wäre es ein totales Fiasko mit nur 2 Punkten geworden.
Was beim ESC über eine gute Bewertung entscheidet, sind die drei Minuten auf der Bühne und nicht ob das Lied in Deutschland auf Platz vier der Charts war. Wenn sich die Interpretinnen mehr auf die Choreografie als auf den Gesang konzentrieren müssen, leidet die Qualität des Liedes. Deutschland ist als einer der vier größten Geldgeber der EBU automatisch im Fnale und muss sich nicht in den Halbfinals qualifizieren. Es ist fraglich ob sich die No Angels mit ihrem Lied dort durchsetzen hätten können.
Mein Favorit war Israel, aber auf den ersten fünf Plätzen landeten nur englischsprachige Songs. Rund ein Drittel der Beiträge war hauptsächlich in Landessprache, also zwei Drittel wurde auf englisch gesungen.
Alles in allem eine gelungene Show, sehr unterhaltsam und die Qualität der Lieder scheint von Jahr zu Jahr zu steigen. Über die vorhersagbaren Punktevergaben einiger Ländergruppen (Balkan, Skandinavien, ehemalige Sowjetunion) wird bestimmt noch viel diskutiert.

Sunshine Live

2006-05-23

Es ist wirklich schade, dass ein guter Radiosender immer kommerzieller und damit schlechter wird.
Im Vergleich zu den ganzen Privat-Pop-Gedudel-Radios war Sunshine Live früher der einzige Sender, den man auch mal einen ganzen Tag lang hören konnte, ohne von den Top 10 Hits auf Heavy Rotation genervt zu werden.
Leider hat sich Sunshine Live von einem „Untergrund“-Radio zum Mainstream entwickelt. Damit eine größere Zielgruppe angesprochen wird, wurde die Musik immer poppiger und Charts-orientierter. Sicher kann man den Machern keinen Vorwurf machen, dass sie versuchen mit dem Sender Geld zu verdienen. Wie es Radios ergeht, die zwar bei den Hörern super ankommen, aber keinen finanziellen Erfolg haben sieht man an evosonic.
Mich störts ja nicht, dass tagsüber nur noch populäre Dance- und House-Musik läuft. Aber ich finds scheiße, dass die DJ-Sendungen wie „Mellowmania“ und „Welcome To The Club“ nur noch als Werbeplattform für die Parties und Compilationen der Produzenten dient. Und dann kommen auch Sendungen dazu wo Plattenfirmen noch mehr Werbung machen dürfen. Am schlimmsten sind aber diese bescheuerten Gewinnspiele auf 9live-Niveau, wirklich traurig, dass der Sender mit solchen Spielchen von den Zuhörern Kohle abzockt. Immerhin scheint es ja genug Idioten zu geben, die dabei mitmachen und die Spielchen finanzieren.
Immerhin gibt es noch die Sendungen „DJs After Work“ und „Maximal“, wo geile Musik läuft und das Gelaber auf ein Minimum reduziert ist.
Vom Relaunch der Website hatte ich mir auch etwas mehr versprochen, die nervige Navigation, unübersichtliche Struktur und fehlende Inhalte waren vorher genauso vorhanden.