Als Eltern von zwei kleinen Kindern macht man sich natürlich Gedanken über die Ernährung der Kleinen. Besonders der Umgang mit Süßem und die Gewöhnung an Zucker ist ein heißes Diskussionsthema. Ich glaube, dass man Süßigkeiten nicht als Belohnung benutzen darf, aber andererseits auch nicht ein 100%igen Verzicht auf Schokolade, Gummibärchen und Co. erzwingen sollte.
Beim Einkaufen achten wir darauf, dass die Lebensmittel für die Kinder nicht zuviel Zucker enthalten. Dabei ist mir in letzter Zeit aufgefallen, dass viele Hersteller ihre Produkte mit dem Hinweis „Ohne Kristallzucker“ bewerben, egal ob dies der Milchbrei für den Kleinen oder Joghurt für den Großen ist. Das erweckt bei mir den Eindruck Fruchtzucker ist gut und Kristallzucker ist schlecht. Da fragt man sich wieso der eine Zucker besser ist als der andere? Wenn ich mir dann die Inhaltsstoffe anschaue, sehe ich Glucose, Fructose und Dextrose. Also doch Zucker? Nein, denn die chemische Bezeichnung für Kristallzucker ist Saccharose.
Zur Übersicht hier einige Bezeichnungen für die häufigsten Zuckerarten und ihre Gebrauchsnamen:
| chem. Bez. |
Name |
Bemerkung |
| Glucose, Dextrose |
Traubenzucker |
Einfachzucker (Monosaccharid) wird aus Stärke (Mais, Kartoffeln) gewonnen |
| Fructose |
Fruchtzucker |
Einfachzucker (Monosaccharid) natürliches Vorkommen in Früchten und Honig industrielle Gewinnung aus Stärke (Mais, Kartoffeln) |
| Saccharose |
Kristallzucker |
Zweifachzucker (Disaccharid) besteht aus Glucose und Fructose wird aus Zuckerrüben, -rohr gewonnen |
Fructose hat im Vergleich zu Saccharose bzw. Glucose drei hervorstechende Eigenschaften:
- Fructose wird insulinunabhängig verdaut, d.h. es tritt kein Sättigungsgefühl ein
- Fructose hat eine etwa 20% höhere Süßkraft als Kristallzucker
- Fructose läßt sich kostengünstig herstellen und transportieren
Das bedeutet, es ergeben sich mehrere Vorteile für die Hersteller von Lebensmitteln, wenn sie Kristallzucker durch Fruchtzucker ersetzen:
- Der Verbraucher kann mehr von dem Produkt essen, ohne dass er satt wird, d.h. höherer Umsatz.
- Es wird weniger und billigerer Rohstoff für die Produktion benötigt, d.h. geringere Herstellungskosten.
Des einen Freud’ ist des anderen Leid. So hat die vermehrte Verdrängung von Kristallzucker durch Fruchtzucker auch Folgen für die Verbraucher. Es gibt verschiedene Studien, die die Auswirkung von Fructosekonsum auf den Menschen untersucht haben. So zeigt die eine Studie einen starken Anstieg des Cholesterins bei männlichen Probanden. Laut einer weiteren Studie (an Mäusen) besteht ein Zusammenhang zwischen Fructosekonsum und Übergewicht mit Leberverfettung.
Hier gibt es einen ausführlicheren Artikel mit weiteren Informationen.
Ich bin jetzt etwas vorsichtiger und sensibler beim Einkaufen und versuche den „guten“ Zucker vom „schlechten“ Zucker zu unterscheiden
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